[Rezension] Die Ankunft - Ally Condie

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Stell dir vor, du konntest fliehen – vor dem System, das dir befohlen hat, wie du leben und wen du lieben sollst. Unter Lebensgefahr hast du deine Liebe wiedergefunden – eine Liebe, die das System töten wollte.
Jetzt willst du das System besiegen, doch dafür musst du zurück. Zurück in dein altes Leben. Zurück zu einem Geheimnis, das tief in dir verborgen ist.
Es wird alles verändern.
Dein Leben.
Deine Liebe.

In den zerklüfteten Schluchten der Canyons hat Cassia nicht nur ihre große Liebe Ky wiedergefunden– sondern auch die Erhebung, eine Untergrundbewegung, die das System stürzen will. Als sich beide der Erhebung anschließen, müssen sie sich jedoch trennen. Ky wird auf einem Stützpunkt in einer Äußeren Provinz zum Piloten ausgebildet und Cassia in die Hauptstadt beordert. Dort trifft sie auf Xander, der als Funktionär für die Gesellschaft arbeitet. Kann sie sich ihm anvertrauen? Als eine tödliche Seuche ausbricht und die gesamte Bevölkerung zu vernichten droht, muss Cassia eine Entscheidung treffen …


Ich will so viel! Glück, Freiheit, Liebe. Aber auch ein paar ganz konkrete Wünsche habe ich.
Erleichterung, dass es vorbei ist? Trauer, dass ich Cassia und Ky verlassen muss? Freude, dass Xander sein Glück gefunden hat?
Meine Gefühle, was das Buch angeht, sind sehr durchmischt, vor allem, weil es das Ende der Trilogie ist. Einerseits bin ich wirklich erleichtert, dass es vorbei ist, denn besonders der Schluss hat sich gezogen und ich wollte endlich weiterkommen in meinem Bücherleben, aber dieses Buch hielt mich eisern in seiner Umklammerung und wollte mich nicht loslassen. Ich meine das nicht positiv. Es ist eher so, dass ich nicht voran gekommen bin.
Allerdings sind mir in dieser Zeit auch Cassia und Ky ans Herz gewachsen und ich bin traurig, dass ich sie jetzt hinter mir lassen muss.
Für Xander freue ich mich wirklich. Endlich konnte ich ihn kennenlernen und freue mich, dass er sein Glück gefunden hat, nachdem er die letzten beiden Bände eigentlich nur leiden musste.
Würde ich dieses Buch einen gelungenen Abschluss der Reihe nennen? Ja! Aber ich glaube, das meine Gründe, das zu sagen, andere sind, als man vielleicht denkt. =)

Man kann seinem Leben keine andere Wendung geben, wenn man am selben Punkt verharrt.
Dazu finde ich das Zitat ganz passend, denn es kam mir nicht so vor, als hätte auch die Autorin sich weiterentwickelt. Während ihre Charaktere erwachsen geworden sind, schien sie mir am selben Punkt zu verharren und immer noch dieselbe wie im ersten Teil zu sein. Dadurch wurde auch die Stimmung nicht anders. Man bekam irgendwie immer noch dieses Geplätscher serviert und keinen reißenden Strom, der wenigstens zum Ende noch einmal da sein sollte.
 Inhaltlich war hier auf jeden Fall die Möglichkeit gegeben, endlich eine Wendung zu vollziehen, aber daraus wurde nichts. Die Gesellschaft gab ihre Macht ohne Widerspruch an die Erhebung ab, Cassia suchte immer noch danach, was sie wirklich machen sollte. Mal hier Sortiererin, dann dort Poetin. Mädchen, entscheide dich!
Es war also keine Überraschung da, denn selbst der ach-so-schlimme, mutierte Virus wirkte zu sehr geplant, um in mir jegliche Emotionen hervorzurufen. Das Ende war klar, und so kam es auch.
Ich hätte mir da wirklich etwas mehr gewünscht. Wie hat Casper es so schön besungen? "Lieber gehen mit 'nem Knall!" Na dann, mach doch auch mal, Ally, geh mit einem Knall!

Ich würde mich immer wieder in sie verlieben, wieder und wieder und immer wieder.
Ja, Ky, ich glaube, wir haben es inzwischen alle verstanden.
Genauso sollte jeder verstanden haben, dass wieder und wieder und immer wieder die Gedanken der Personen dazwischenfunken und jegliches Stückchen Spannung zunichte machen.
 Eigentlich mag ich den Schreibstil, weil er anders ist. Er fasziniert mich selbst in Teil drei der Reihe immer noch manchmal, aber teilweise geht mir die ruhige Art auch richtig heftig auf den Keks. Nachdem der Inhalt so darauf hindeutete, dass ich nun auch ein paar Erlebnisse bekommen würde, wurde aus meinem Wunsch einfach nichts.
Da ich das vorherige Zitat wirklich passend finde, kann ich hier nur sagen, dass Ally Condie sich irgendwie nicht sonderlich weiter entwickelt hat. Besonders nicht, was den Schreibstil angeht. Ich mag es, wenn man merkt, wie auch der Autor sich verändert. Wenn der Autor wirklich mit seinen Charakteren mitgeht. Dann weiß ich, dass dieses Buch keine kurze Sache war.
Ich möchte Ally nichts unterstellen, aber ich hätte mir einen schöneren Abschluss gewünscht. In den Canyons konnte ich es noch verstehen, aber besonders nach diesen Erlebnissen ist Cassia nun einmal anders. Genauso wie Ky, aber laut Schreibstil fühlte ich mich noch genauso wie im ersten Teil.
Nur Xander war wirklich erfrischend, da er mir komplett anders erschien als Cassia und Ky. Während ich bei Cassia und Ky manchmal gar nicht so richtig wusste, in welcher Sicht ich bin, musste ich bei Xander nie zweifeln. Allein vom Schreibstil wurde er dieses Mal abgegrenzt, was ich definitiv schöner finde als dieses Misch-masch.

Ich bin mir ganz sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die kleine Akte der Rebellion vollzieht.
Eigentlich hätte ich gedacht, dass Cassia sich auf die Rebellion freut und nun endlich ihren Platz in der Welt findet, aber wie ich es schon angesprochen hatte, wirkte es nicht so auf mich. Natürlich, sie hat schon lange rebelliert gegen das System der Gesellschaft, aber so richtig heftige Gefühle konnte nichts in ihr hervorrufen. Das Einzige, was mich überzeugt hat, war ihre Liebe zu Ky, denn die war immer vorhanden. Der Rest schien vorbei zu fliegen, wie es manche Dinge nun einmal tun. Cassia schien nie wirklich mit vollem Herzen dabei zu sein. Bei dem kleinsten Problem verabschiedete sie sich davon und kämpfte nicht weiter. Da wären wir wohl wieder beim Anfang. Am liebsten würde ich sie noch einmal in die Canyons stecken, damit sie lernt, nicht gleich alles liegen zu lassen, wenn es Probleme gibt. Aus der Galerie hätte mehr werden können, aus ihrem Handel mit Gedichten, aus ihrem Job als Sortiererin. Das alles war zu kurz, um echt zu wirken.
Ky hingegen blieb auch jetzt so, wie in den anderen Teilen. Er hatte seinen Charakter fast komplett behalten, nur seine Liebe zu Cassia war noch intensiver geworden. Und es gab eine Sache, die sich tatsächlich geändert hat. Er ist offener geworden. Während er schon im zweiten Teil mehr Leuten vertraute, bekam ich nun das Gefühl, dass er nicht mehr versuchte, sich anzupassen, sondern für sich selbst auch manchmal einstand. Allerdings kam in solchen Situationen immer etwas dazwischen, was mich tierisch genervt hat. Immer, wenn er sich geöffnet hat, passierte etwas, was es verhindert hat und er hat sich wieder zurückgezogen. Dann war er versunken und seine Veränderung konnte nicht weitergeführt werden. Der Ansatz zum "Endergebnis" war also da, wurde aber nicht weiter ausgenutzt und es entstanden nur geringfügige Veränderungen.
Xander hingegen lernte ich zum ersten Mal richtig kennen. Er war ein interessanter Charakter, der sich deutlich von Cassia und Ky unterschied. Er war nicht so auf Tiefgang, was Gedanken angeht. Für ihn sind Handlungen entscheidender und er tut alles, um die Menschen zu retten, die ihm wichtig sind. Während die anderen Beiden überlegen, was sie sagen, überlegt Xander gleich erst einmal, was er tun kann, um zu helfen. Das finde ich erstaunlich an ihm und als Charakter war er mir nun, da ich ihn kannte, definitiv der Liebste. Seine Handlungen waren immer verständlich und ich habe mich so gefreut, als er endlich sein Glück gefunden hat. Er hat sich so lieb um Lei und die anderen Patienten gekümmert. Er hat sich teilweise ein bisschen selbst geopfert, damit die Anderen eine gute Verpflegung bekommen, damit sie eine Chance auf Heilung haben. Seine Sicht zu lesen hat mir immer Spaß gemacht.
Erstaunlich fand ich auch an diesem Buch, dass man so viele neue Charaktere gehabt hat. Lei, der Steuermann, Anna, Leyna, Oker, die Chefarchivistin, ... Vor allem auch die Charaktere aus den vorherigen Büchern habe ich besser kennengelernt als in den Situationen, in denen sie wirklich eine Rolle gespielt haben.

Jeden Morgen geht die Sonne auf, färbt die Erde rot, und ich denke: Dies könnte der Tag sein an dem sich alles ändert.
An diesem Buch gibt es eigentlich nicht so viel Besonderes. Das Cover passt perfekt, doch wie immer fehlen mir die zwei Jungs. Das Cassia ein rotes Kleid anhat, finde ich super. Vor allem, da es ja das Kleid war, das sie extra für Ky angezogen hat. Aber da bin ich schon wieder bei einer Sache, die mir vielleicht ein bisschen auf den Keks geht. 
Die Story an sich ist so schön, aber nein, es dreht sich alles um die Liebe zwischen Cassia und Ky. Selbst der Titel hat für mich mehr den Eindruck, als würde er sich auf ihre Liebe beziehen und nicht auf die Story an sich. Zumindest im Deutschen. Im Englischen klingt "Reached" doch auch ein bisschen mehr nach den Zielen der Erhebung und nicht danach, als wäre man endlich dort angekommen, dass Cassia und Ky ihre Liebe ausleben können ohne sich Sorgen um die Gesellschaft machen zu können.


Das Finale der Serie um Cassia und Ky ist nicht so das, was ich erwartet habe. Wie auch schon die anderen beiden Bücher plätschert die Handlung dahin und das große Finale ist immer noch ruhig und entspannt, geplant.
Für manche mag das bestimmt etwas sein, aber besonders von einem Finale hätte ich mehr erwartet. Obwohl ich das Buch inhaltlich und schreibtechnisch besser finde als den zweiten Teil kann ich nicht mehr Punkte geben, wenn mir doch irgendwie mindestens genauso viel fehlt. Die Problemzonen sind gewandert, die Größe ist jedoch gleich geblieben.

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